Dienstag, 7. April 2015

Wind

Die Alpen liegen hinter uns. Nach einem letzten beeindruckenden piece de resistance, der Alto Piano di Asiago, sind wir hinunter in die Ebene gerollt. Diese letzte Überquerung hatte es allerdings in sich. Sie begann mit einer Bachüberquerung (merke: wenn open street map 'offroad ' sagt, meint es 'offroad'), ging weiter mit Steigungen von bis zu 15% und schloss mit einer Abfahrt, die zwar sehr eindrücklich war, aber schier endlos auf sich warten liess. Nun hatten wir vor, das Flachland in drei lockeren Etappen nach Trieste zu durchqueren, so weit der Plan. Und nun zur Realität.
Die erste Etappe ging noch so. Leichter bis mässiger, dafür sehr konstanter und zielsicherer Gegenwind machten das Rollen strenger als nötig. Ein kleiner Nieselregen zum Abschluss verlängerte die letzten Kilometer. Dennoch legten wir etwas über 80 km zurück und waren stolz darauf, dem Wind getrotzt zu haben.
Am nächsten Tag erfuhren wir die wahre Bedeutung des Wortes 'Gegenwind '. Nix leicht und mässig, sondern stark und konstant ins Gesicht. Wir versuchten es mit Selbstmotivation, ignorieren und rund treten, wirklich helfen taten nur Selbstmitleid, Fluchen und 2 Km Ablösungen. So zerschnitten wir den Wind auf Strassen, die so gerade waren, dass die seltenen Kurven mit Warntafeln angekündigt wurden, vermutlich, damit man die Theorie des Lenkens noch mal im Geist durchgehen konnte (links steuern: linkes Lenkerende sanft gegen den Körper ziehen, rechts steuern: reziprokes Vorgehen). Immerhin blieb es am zweiten Tag trocken. Nach zu vielen Stunden treten für 75 km kamen wir müde in Cervignano Del Friuli an. Immerhin meinte es der letzte Tag in der Ebene gut mit uns, 50 lockere km bis Trieste. Hier legen wir nun einen Ruhetag ein und erledigen ein paar administrative Dinge. So schauen wir uns mal nach einer SIM Karte um.  Wir werden mal bei Orange vorbeischauen, vielleicht auch bei Vodaphone oder Tim. Auf gar keinen Fall bei Wind.










Kommentare:

  1. Ich hatte mal als Kind einen Strohhut, das war mein Velo Helm auf der 'Datscha'. Ein starker Gegenwind war damals immer extrem Ärgerlich! Zum gluck habt ihr diese tollen Bänder auf den Velohelmen!

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    1. Ja, die helfen. Jetzt, an der Riva in Splitist der Wind achon fast wieder vergessen. Jetzt geniessen wir den Blick Aufs Meer und die frühlingshafte Temperatur.

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